RatgeberJob-Turbo

Job-Turbo für Geflüchtete
Was dahintersteckt und was heute gilt

Der Job-Turbo ist eine Initiative von Bundesarbeitsministerium und Bundesagentur für Arbeit. Er soll Geflüchteten nach dem Integrationskurs früher den Weg in Arbeit öffnen und Deutsch begleitend zur Beschäftigung fördern. Hier lesen Sie, welche Angebote dazugehören und wo Sie Unterstützung bekommen.

Kurz gesagt: Der Job-Turbo wurde am 18. Oktober 2023 vom Bundesarbeitsministerium und der Bundesagentur für Arbeit vorgestellt. Geflüchtete sollen nach dem Integrationskurs früher arbeiten und ihr Deutsch im Job verbessern. Jobcenter und Agenturen beraten enger und nutzen Förderinstrumente wie Berufssprachkurse. Ein offizielles Ende ist bis Oktober 2026 nicht bekannt.

Was ist der Job-Turbo?

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Bundesagentur für Arbeit (BA) haben den Job-Turbo am 18. Oktober 2023 vorgestellt. Im Mittelpunkt standen zunächst Geflüchtete, die einen Integrationskurs abgeschlossen hatten, vorrangig aus der Ukraine. Als Sonderbeauftragter der Bundesregierung für die Umsetzung wurde Daniel Terzenbach benannt.

Die Idee: nicht erst arbeiten, wenn das Deutsch perfekt ist, sondern mit Grundkenntnissen einsteigen und die Sprache im Beruf weiter lernen. Laut BMAS kann der Einstieg nach einem abgeschlossenen Integrationskurs ab Niveau A2 oder B1 beginnen.

Die drei Phasen

  1. 1

    Orientierung und Deutsch

    Ankommen, Orientierung und Spracherwerb, meist im Integrationskurs. Fachkräfte, die ohne Deutschkenntnisse arbeiten können, sollen laut BMAS sofort vermittelt werden.

  2. 2

    Arbeiten und Qualifizieren

    Einstieg in Arbeit oder Ausbildung, oft mit Sprachförderung neben dem Job.

  3. 3

    Beschäftigung stabilisieren

    Die Stelle sichern und sich, wo möglich, zur Fachkraft weiterentwickeln, etwa über Weiterbildung oder Anerkennung.

Welche Angebote dazugehören

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) beschreibt, dass Jobcenter Geflüchtete seit Januar 2024 kurz vor oder nach dem Integrationskurs engmaschiger beraten, in der Regel etwa alle sechs Wochen. Laut BMAS werden die Ziele im Kooperationsplan festgehalten.

Die Themenseite der BA nennt unter anderem diese Förderinstrumente. Über jede Förderung entscheiden Jobcenter oder Agentur für Arbeit im Einzelfall.

  • Berufssprachkurse mit berufsbezogenem Deutsch, auch digital oder in Kleingruppen beim Arbeitgeber
  • Förderung beruflicher Weiterbildung, auch für Anpassungsqualifizierungen im Anerkennungsverfahren
  • Maßnahmen bei einem Arbeitgeber, um einen Betrieb kennenzulernen und sich praktisch zu erproben
  • Einstiegsqualifizierung als Vorbereitung auf eine Ausbildung, dazu Assistierte Ausbildung
  • Coaching für Menschen, die beim Start in Arbeit oder Ausbildung Unterstützung brauchen
  • Eingliederungszuschuss für Arbeitgeber, der eine anfangs geringere Leistung ausgleichen kann (§ 88 SGB III)

Was im Oktober 2026 gilt

Eine offizielle Mitteilung über ein Ende des Job-Turbos lag bei BMAS und BA am 12. Oktober 2026 nicht vor. Die Themenseite der BA ist weiterhin abrufbar. Die genannten Förderinstrumente sind im Sozialgesetzbuch geregelt und hängen nicht vom Namen der Initiative ab.

Für Geflüchtete aus der Ukraine, die ab dem 1. April 2025 eingereist sind, plant die Bundesregierung einen Wechsel in das Asylbewerberleistungsgesetz (Leistungsrechtsanpassungsgesetz). Laut FAQ des BMAS (Stand Juni 2026) befand sich der Entwurf im parlamentarischen Verfahren, Änderungen waren möglich. Er sieht vor, dass für Betroffene die Agenturen für Arbeit statt der Jobcenter Beratung und Vermittlung übernehmen. Integrations- und Berufssprachkurse blieben zugänglich, ein Arbeitsverbot ist nicht vorgesehen. Wer vor dem 1. April 2025 eingereist ist, bliebe beim Jobcenter.

Ob die Neuregelung inzwischen in Kraft ist und ab wann sie Sie betrifft, erfahren Sie verbindlich bei Ihrem Jobcenter, Ihrer Agentur für Arbeit oder der Leistungsbehörde vor Ort.

Deutsch im Beruf: Berufssprachkurse

Berufssprachkurse koordiniert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Es gibt Basiskurse mit verschiedenen Zielniveaus und Spezialkurse, zum Beispiel den Job-BSK im Betrieb, für den Kenntnisse auf Niveau A2 reichen. Wer arbeitsuchend ist oder Leistungen bezieht, bekommt den Zugang über Jobcenter oder Agentur für Arbeit. Wer bereits arbeitet, wendet sich an das BAMF.

Laut BAMF laufen Berufssprachkurse mit Ziel B2 unverändert weiter, der Bedarf ist gedeckt. Kurse mit Ziel C1 und C2 wurden deutlich ausgeweitet, und Fachpraxis-Berufssprachkurse sind wieder möglich. Kurse mit Ziel B1 sind nur in sehr begrenztem Umfang möglich. Kurse mit Ziel A2 sowie Kurse für Gewerbe/Technik und Einzelhandel werden weiterhin nicht angeboten. Nach der aktuellen Planung gelten diese Regeln auch im ersten Halbjahr 2027 (Trägerrundschreiben 14/26).

So bereiten Sie das Gespräch vor

  1. 1

    Unterlagen sammeln

    Aufenthaltstitel, Zertifikat des Integrationskurses, Zeugnisse, Nachweise über Berufserfahrung und, falls vorhanden, einen Lebenslauf.

  2. 2

    Ziel formulieren

    Notieren Sie, in welchem Bereich Sie arbeiten möchten und ob Sie Ihren früheren Beruf anerkennen lassen wollen.

  3. 3

    Konkret fragen

    Fragen Sie nach Berufssprachkurs, Weiterbildung, Probetagen bei Arbeitgebern und der Anerkennungsberatung, zum Beispiel beim Förderprogramm IQ.

  4. 4

    Vereinbarungen festhalten

    Lassen Sie sich Termine und Absprachen schriftlich geben und notieren Sie, was bis zum nächsten Termin zu tun ist.

Häufige Fragen

Was ist der Job-Turbo?

Eine Initiative von BMAS und Bundesagentur für Arbeit, vorgestellt am 18. Oktober 2023. Sie soll Geflüchteten nach dem Integrationskurs einen früheren Einstieg in Arbeit ermöglichen. Deutsch wird dabei begleitend zur Beschäftigung weiter gefördert.

Gibt es den Job-Turbo 2026 noch?

Eine offizielle Mitteilung über ein Ende lag bei BMAS und BA im Oktober 2026 nicht vor. Die Themenseite der BA ist abrufbar. Die einzelnen Förderinstrumente sind gesetzlich geregelt und bestehen unabhängig vom Namen der Initiative.

Für wen ist der Job-Turbo gedacht?

Für Geflüchtete, die einen Integrationskurs abgeschlossen haben oder kurz davor stehen. Anfangs lag der Schwerpunkt auf Menschen aus der Ukraine, die Beratung richtet sich aber auch an Geflüchtete aus anderen Ländern.

Muss ich schon gut Deutsch können?

Nein. Laut BMAS kann der Einstieg nach dem Integrationskurs ab Niveau A2 oder B1 beginnen. Für reglementierte Berufe wie Pflege oder Medizin gelten eigene Sprachanforderungen.

Wie oft lädt mich das Jobcenter ein?

Nach Angaben des IAB beraten Jobcenter Geflüchtete im Rahmen des Job-Turbos in der Regel etwa alle sechs Wochen. Die genauen Termine legt Ihr Jobcenter fest.

Was ändert sich für Geflüchtete aus der Ukraine, die nach dem 1. April 2025 kamen?

Geplant ist ein Wechsel in das Asylbewerberleistungsgesetz. Beratung und Vermittlung würden dann die Agenturen für Arbeit übernehmen. Laut BMAS-FAQ vom 1. Juni 2026 war das Gesetz noch im parlamentarischen Verfahren. Fragen Sie vor Ort nach dem aktuellen Stand.

Wer hilft bei Problemen im Job?

Bei Fragen zu Lohn, Arbeitszeit oder Kündigung berät „Faire Integration“ Menschen aus Drittstaaten kostenlos und möglichst in der Herkunftssprache.

Den eigenen Einstieg vorbereiten

Mit NextBeruf können Sie Termine und Schreiben von Jobcenter und Agentur ordnen und Ihren Lebenslauf im deutschen Format erstellen. Die Entscheidung über Förderungen trifft die zuständige Stelle.

Quellen

Verbindliche Auskünfte erteilen die zuständigen Stellen. Eine kostenlose Anerkennungsberatung bietet unter anderem das IQ Netzwerk an.

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Diese Informationen sind allgemeine Hinweise und keine Rechtsberatung. Ob und welche Förderung Sie erhalten, entscheiden Jobcenter oder Agentur für Arbeit im Einzelfall. Rechtslage und Zuständigkeiten können sich ändern. Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Beratung.

Stand: Oktober 2026